Vorsicht, Afrikanische Schweinepest!

11.09.2018

Es ist nichts Neues, dass die Afrikanische Schweinepest in Osteuropa grassiert, allerdings ist die Wahrnehmung bei den Schweinehaltern nicht dieselbe wie beim Konsumenten, oder bei den Tierhaltern die nichts mit Schweinen zu tun haben.

Ursprünglich aus Afrika stammend (dort schon seit jeher nachgewiesen) wurde die hochansteckende Seuche 2007 in Georgien eingeschleppt und hat sich danach über den Kaukasus, nach Russland, Weissrussland und die Ukraine ausgebreitet. Zwischenzeitlich, sind auch Länder wie Tschechien, Ungarn, Rumänien, Polen sowie die baltischen Staaten betroffen.
Die vielgehörte Aussage «es ist keine Frage ob sie kommt, sondern wann sie kommt», gleicht zum Vornerein einer Kapitulation! Wenn die Gefahr und die Wahrscheinlichkeit gross ist, muss alles Mögliche unternommen werden, damit die ASP erst gar nicht in der Schweiz ankommt.
Die Afrikanische Schweinepest wird durch die Tierseuchenverordnung als hochansteckende Tierseuche im Sinne des Schweizer Tierseuchengesetzes eingestuft und zählt damit zu den Tierseuchen, deren Bekämpfung als von höchster Wichtigkeit eingestuft wird.
Abschussquoten und -prämien von Wildschweinen, wie sie beispielsweise in Deutschland gefordert werden, sind aus mehreren Gründen nicht zielführend. Auch die Errichtung eines Zauns quer durch Europa, um die Wildschweine abzuhalten, ist eine Utopie. Wie Untersuchungen ergaben, stellen nicht wie immer vermutet die Wildschweine die grösste Gefahr für die Ausbreitung dar, sondern der Mensch mit seinem Verhalten. Nebst dem direkten Kontakt zwischen Tieren, kann sich das Virus mittels verschiedener Vektoren ausbreiten. Namentlich Speiseabfälle kommen hier ins Visier. Da das Virus äusserst überlebensfähig ist, kann es monatelang in getrockneten Fleischprodukten überleben. Werden nun beispielsweise solche Produkte aus heiklen Gebieten importiert, als Reiseproviant mitgenommen und unsachgemäss entsorgt (sandwichwerfende Chauffeure), können sich Wildschweine beim Verzehr anstecken und das Virus weitertragen. Daher gilt: kein Reiseproviant aus betroffenen Gebieten einführen, Speiseabfälle richtig entsorgen (verschlossene Müllbehälter). Ebenfalls ist die Einfuhr von Jagdtrophäen aus den genannten Gebieten zu unterlassen! Diese Vorsichtsmassnahmen richten sich vor allem an Personen, die aus den von ASP betroffenen Regionen in die Schweiz einreisen (Tierhalter, Saisonniers, Fernfahrer, Jagdtouristen ...).
Um unsere Bestände an Hausschweinen zu schützen, kommen die Schweinehalter nicht darum herum, die Biosicherheit auf dem eigenen Hof hochzufahren, respektive hochzuhalten. Dass der Mensch das grösste Risiko darstellt zeigt exemplarisch der neueste Fall aus Russland, wo ein Betrieb mit 128 000 Schweinen gekeult werden musste. Als Ursprung des Ausbruchs sind Hygienemängel beim Personal festgestellt worden ...
Halten wir uns diese Seuche mit allen Mitteln vom Leib! Unterlassen Sie es nicht, auch Berufskollegen, oder Personen die nichts mit der Landwirtschaft zu tun haben, auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Wir ersparen uns einzelbetriebliche Schicksale und negative Schlagzeilen in den Medien, die unserer Schweizer Qualitätsfleischproduktion in jedem Fall abträglich wären!

Für weitere Informationen:
https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/tiere/ tierseuchen/uebersicht-seuchen/alle-tierseuchen/ afrikanische-schweinepest-asp.html


Christian Gerber
Kommission Viehwirtschaft VTL

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