Wenn die süsse Rübe sauer wird

23.10.2018

1963 hatte unsere Zuckerfabrik Frauenfeld die ersten Rüben verarbeitet. Rübenbauern, der Kanton Thurgau und viele politische Gemeinden hatten Aktien gezeichnet und sich erfolgreich für den Standort Frauenfeld starkgemacht. Während Jahrzehnten war die Zuckerrübe ein Rückgrat des Ackerbaus in unserem Kanton. Die Preissenkungsrunden, ausgelöst durch die Grenzöffnung zur EU, und diverse Herausforderungen im Anbau haben der Motivation arg zugesetzt. Seit einigen Jahren verlieren wir im zentralen Anbaugebiet jedes Jahr Flächen. Diese Mengen können immer schwieriger durch andere Anbaugebiete und deutsche Rüben kompensiert werden. Ich schreibe diese Zeile, weil ich an die Zukunft der Rübe glaube und überzeugt bin, dass wir die Talsohle durchschritten haben und es sich lohnt durchzuhalten:
– Die Sofortmassnahmen der Fabrik zeigen uns, dass die Botschaft
   der ausgepressten Zitrone angekommen ist. Der Grundpreis wird
   nicht weiter sinken sondern moderat steigen.
– Die parlamentarische Initiative Burgeois wurde vom
   Eidgenössischen Parlament angenommen und wird schrittweise
   umgesetzt. Neben einer Zollerhöhung an der Grenze erhalten wir 
   einen erhöhten Anbaubeitrag pro Hektare.
– Unsere Mitarbeiter der Fachstelle setzen sich vehement für
   cercosporatolerantere Sorten ein.
– Mit der Gründung der TO Frauenfeld haben wir die Voraussetzungen
   geschaffen, die Rüben so effizient wie möglich in die Fabrik zu bringen.

Auf unserem Betrieb beissen wir uns am Biorübenanbau fest. Es wäre super, wenn wir das Marktpotenzial Schweizer Biozucker mit 500 bis 800 ha nutzen könnten und die Rübe auch auf Biobetrieben einen festen Platz einnimmt.

Natürlich, ein Morgenrot macht noch keinen Tag, aber es ist ein hoffnungsvoller Anfang.


Daniel Vetterli

« zurück zur News-Übersicht