Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
7. Dezember 2018


Agroscope Tänikon darf nicht geopfert werden

Ausgabe Nummer 14 (2018)

Generalversammlung des Verbands Thurgauer Landwirtschaft

An der Generalversammlung des Verbands Thurgauer Landwirtschaft kritisierte Verbandspräsident Markus Hausammann das Departement von Bundesrat Johann Schneider-Ammann heftig. Regierungspräsidentin Carmen Haag überbrachte die Grüsse der Thurgauer Regierung.

Nationalrat Markus Hausammann, Präsident des Verbands Thurgauer Landwirtschaft (VTL), begrüsste an der Generalversammlung unter anderem Regierungspräsidentin Carmen Haag, Nationalrätin Verena Herzog, VTL-Ehrenpräsident Paul Rutishauser sowie Urs Schneider, stellvertretender Direktor des Schweizer Bauernverbands. In seiner Begrüssungsrede hielt er fest, dass die Landwirtschaft im Thurgau 8000 Arbeitsplätze bietet. Wenn vor- und nachgelagerte Bereiche dazu gezählt werden, seien es gar 20 000 Arbeitsplätze. Nach seinen Aussagen steht die Branche vor grossen Herausforderungen. Dabei denke er an die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln und Antibiotikaeinsatz.

Kritik an Bundesrat Johann Schneider- Ammann
Die Landwirtschaft brauche die Unterstützung der angewandten Forschung, wie Agroscope diese in der Vergangenheit geboten hat und weiterhin bieten sollte. Diese funktioniere aber nur mit einer dezentralen Struktur, die kurze Wege ohne Sprachbarrieren ermögliche, betonte Markus Hausammann. Es gelte, zusammen mit anderen Betroffenen, der beabsichtigten Zerschlagung der Agroscope-Struktur durch das Departement von Bundesrat Schneider-Ammann entschieden entgegenzutreten. Markus Hausammann sagte weiter, dass Bundesrat Schneider- Ammann von Leuten umgeben sei, für welche die Landwirtschaft nur noch ein Kostenfaktor sei. Das Eidgenössische Department für Wirtschaft, Bildung und Forschung habe mit dem Agroscope-Entscheid einen Flächenbrand gelegt, welcher nicht zum Strohfeuer verkommen darf, da sich das Departement sonst bestätigt fühle.

Der Landschaft und guten Böden Sorge tragen
Regierungspräsidentin Carmen Haag wies in ihrem Grusswort darauf hin, dass die Gemeinden Bachprojekte forcieren und gemeinsam den Richtplan realisieren sollten. Zur schönen Landschaft und den guten Böden müsse Sorge getragen werden. Auch dem Pflanzenschutz und dem sauberen Trinkwasser solle das nötige Augenmerk geschenkt werden. Weiter freute sich die Regierungspräsidentin über den Auftritt des Kantons Thurgau an der letztjährigen Olma.

Zwei neue Vorstandsmitglieder
Thomas Mettler, Leiter Finanzen VTL, wies daraufhin, dass der VTL erstmals seit sieben Jahren einen Verlust von rund 12 000 Franken ausweise. Die Versammlung stimmte im Verlauf des Abends auch der Statutenänderung zu, wonach der Vorstand aus acht bis zehn Mitgliedern bestehen soll. Ihren Rücktritt aus dem Vorstand erklärten Ruedi Schnyder, Ellighausen, und Jörg Streckeisen, Berg. Zu ihren Nachfolgern wurden Daniel Vetterli, Rheinklingen und Peter Metzger, Wigoltingen, gewählt. Rahel Osterwalder, Aadorf, ersetzt Monika Roth, Amriswil, als Delegierte beim Schweizer Bauernverband. Für ihre grossen Verdienste zugunsten der Thurgauer Landwirtschaft wurden Gottfried Thomi, Geschäftsführer AT (Agrotreuhand) Thurgau und Mitglied der Kommission Weiterbildung; Hansjörg Uhlmann, Präsident Kommission Landtechnik und Mitglied der Kommission Weiterbildung; Ruedi Schnyder, VTL Vorstandsmitglied und Präsident Thurgauer Milchproduzenten sowie Jörg Streckeisen, VTL-Vorstandsmitglied, zu Ehrenmitgliedern gewählt.

Thurgauer Bauern leisten gute Arbeit
Die Grüsse des Schweizer Bauernverbands überbrachte Urs Schneider. Er sprach von einer ausgezeichneten Arbeit, die im Thurgau durch die Bäuerinnen und Bauern geleistet werde und kritisierte die geplante Öffnung der Grenze für landwirtschaftliche Produkte aus dem Ausland.

«Agrarpolitik neu denken»
Der Abschluss der VTL-Generalversammlung bildete das Referat «Agrarpolitik neu Denken» von Andreas Wyss, Geschäftsführer Berner Bauern Verband. Eine nachhaltige Entwicklung könne nur durch das gleichzeitige und gleichberechtigte Umsetzen von umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen erreicht werden. Andreas Wyss bekräftigte, dass die Verbesserung der Betriebe zur Verbesserung des Gesamtsystems der Landwirtschaft und Nachhaltigkeit führe, was Mehrwert am Markt und fairen Handel beinhalte. Klare Abgrenzung der marktbezogenen Leistungen und die Entflechtung der Beitragsarten führe zum Erfolg, ist Andreas Wyss überzeugt.


Mario Tosato



















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