Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
18. Mai 2018


Baubewilligung wird in diesen Tagen erwartet

Ausgabe Nummer 19 (2018)

Generalversammlung der Tobi Seeobst AG, Egnach

Im 2017 konnte der Umsatz der Tobi Seeobst AG von 91 734 195 Franken (2016) auf 94 672 984 Franken gesteigert werden. Die Verantwortlichen erwarten in diesen Tagen die Baubewilligung für den am 16. März niedergebrannten Gebäudekomplex in Egnach.

René Bock, Verwaltungsratspräsident der Tobi Seeobst AG, und Benno Neff, Geschäftsführer Tobi Seeobst AG, sprachen in mehrfacher Hinsicht von einem «Jahr mit Biss». Positiv sei dabei die ungebrochene Nachfrage nach den Qualitätsprodukten der Tobi Seeobst AG. Wie René Bock und Benno Neff übereinstimmend erklärten, gibt es in einem dynamischen Markt keinen Stillstand – wer an der Spitze bleiben will, muss Trends erkennen und antizipieren. «Zusammen mit den Produzenten beobachten wir das Umfeld und greifen neue Entwicklungen ideenreich auf», sagte René Bock. Benno Neff wies auf die teilweise schlechten Wetterverhältnisse hin. Nach seinen Aussagen war der März zunächst sehr warm. Doch dann gab es folgenschwere Frostnächte, und später kam der Hagel hinzu. Besonders hart traf es das Steinobst, wo teils massive Ernteausfälle verzeichnet wurden. «Dank guter Zusammenarbeit mit unseren Produzenten und einer umsichtigen Planung, konnten wir die frostbedingten Ausfälle begrenzen und unsere angestammten Kunden wenigstens teilweise weiter beliefern», sagte Benno Neff. Im 2017 konnte der Umsatz der Tobi Seeobst AG von 91 734 195 Franken (2016) auf 94 672 984 Franken gesteigert werden. Während sich der Frost auf die Erträge auswirkte, werden durch den Brand kaum Kosten entstehen, da Tobi optimal versichert ist. Vorgesehen war ursprünglich Kurzarbeit für die 135 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, doch konnte darauf verzichtet werden.

Wetterkapriolen beeinflussten Ernte
Trotz massiven Frostschäden an vielen Kulturen erwirtschaftete die Tobi Seeobst AG 2017 einem mit dem Vorjahr vergleichbaren Umsatz von 94 Mio. Franken. Der Nettogewinn beträgt 1,4 Mio. Franken (Vorjahr: 1,8 Mio. Franken). Ein besonderes Kennzeichen des Geschäftsjahres waren die Frostnächte im Frühjahr. Die Folgen waren gravierend, weil zuvor ein sehr warmer Monat März eine ausserordentlich frühe Blüte ausgelöst hatte. Finanziell blieben die Erträge bei den Früchten als Folge der Wetterkapriolen unter den Erwartungen. Besonders hart traf es Birnen und Zwetschgen (bis 70 % Ausfall), Äpfel (50 %) und Erdbeeren (25 %). Nicht alle Produzenten waren in gleichem Masse betroffen. Die Ausfälle bewegten sich zwischen 20 und 80 %. Wie Benno Neff erklärte, führten die frostgeschädigten Früchte zu einem höheren Sortieraufwand, was die Personalkosten ansteigen liess. Die Ausfälle konnten nur teilweise mit Importware kompensiert werden; dies hatte eine schwächere Auslastung der Anlagen zur Folge. Die leeren Lager der Schweizer Produkte mussten mit Ware aus dem Ausland kompensiert werden. Dies gelte auch für das laufende Jahr, bis zur neuen Kernobsternte im September.

Geschäftsleitung ergänzt
Nach der Fusion mit der Charles Füglister AG hat die Tobi Seeobst AG die Geschäftsleitung verstärkt. Neu ist 2017 Guido Brägger zur Tobi gestossen. Er ist in der Geschäftsleitung verantwortlich für den Bereich Betriebe. Im Berichtsjahr wurde mit der Erarbeitung eines Masterplans für die Weiterentwicklung der Standorte Bischofszell und Egnach begonnen. René Bock wies darauf hin, dass sich die Personalfluktuation für diese Betriebsgrösse im üblichen Rahmen bewege.

Warten auf die Baubewilligung
Benno Neff erinnerte an den verheerenden Grossbrand in der Nacht vom Freitag (16. März 2018) auf den Samstag. Der Schaden beläuft sich auf rund 15 Millionen Franken. Über 1100 Tonnen Äpfel und mehrere hundert Tonnen Gemüse sowie über 40 000 Grosskisten fielen dem Feuer zum Opfer. Menschen wurden zum Glück keine verletzt. Neff betonte, dass die volle Leistungsfähigkeit der Tobi Seeobst AG für die Kunden auch nach dem Brand jederzeit gewährleistet blieb. Der Maschinenpark und der Packbetrieb blieben unversehrt. Der Neubau wurde mit Hochdruck geplant. René Bock und Benno Neff erwarten in den nächsten Tagen von der Gemeinde und dem Kanton die Baubewilligung. Damit sollten die Gebäude im Herbst rechtzeitig auf die neue Ernte bezogen werden.

Grossinvestition auch in Bischofszell
Bereits Anfang Jahr hatten sich Verwaltungsrat und Geschäftsleitung entschieden, die Sortieranlage in Bischofszell zu ersetzen. Nebst einer modernen Anlage für konventionelle Früchte wird neu auch in eine Bio-Sortieranlage investiert. Das Projekt mit einem Volumen von über 5 Millionen Franken soll den Betrieb Mitte August aufnehmen.
Ruedi Brüllhardt, pensionierter Geschäftsführer der Tobi Seeobst AG, dankte am Ende der Generalversammlung den Verantwortlichen für ihren grossen Einsatz bei der Aufarbeitung des Brandfalles und der Planung der neuen Gebäude.


Mario Tosato







« zurück zur Übersicht