Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
14. Juni 2019


Erstaunlich jung, initiativ und professionell

Ausgabe Nummer 51 (2018)

Die Beratungsdienste Endverkauf Nord- und Südbaden organisierten eine Studienfahrt in die Ostschweiz

Über dreissig interessierte Direktvermarkter aus Baden-Württemberg besuchten kürzlich während drei Tagen verschiedene Direktvermarkterbetriebe in der Ostschweiz.

Um es gleich vorwegzunehmen: «Erstaunlich jung, initiativ und professionell», so der zusammenfassende Eindruck von Kerstin Maschler, Beraterin und Reisekoordinatorin vom Beratungsdienst Endverkauf Nordbaden e.V. aus Bruchsal bei Karlsruhe. Gemeinsam begleitete sie mit ihrer südbadischen Kollegin Helga Kunkel ihre Mitgliedsbetriebe während der dreitägigen Studienfahrt. Nicht weniger als zwölf Direktvermarkter und Agrotourismusbetriebe besuchten die süddeutsche Fachexkursion in der Ostschweiz.
Bereits von langer Hand vorbereitet – in Zusammenarbeit mit Bernhard Müller vom Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg – reiste die Gruppe aus Baden-Württemberg am Sonntagmittag über die Grenze bei Konstanz an, in Richtung Rheintal und Appenzellerland.
Die ersten sonntäglichen Besichtigungsdestinationen hiessen Hofcafé Kuppelwieser in Bad Ragaz www.kuppelwieserhof.bio.ch und Hofstöbli in Urnäsch www.appenzeller-erlebnishof.ch.
Bei schönsten Föhn-Sichtverhältnissen war dies bereits ein gelungener Einstieg. Im Hofstöbli lernte die Gruppe den Verein Appenzeller Erlebnisbauernhof und die Ideen und Strukturen, des in der Region weit verbreiteten Agrotourismus kennen.
Nach dem Genuss einer ostschweizerischen Spezialität, den Älplermagronen mit Apppenzeller Siedwurst und Öpfelmus, und Originaljodelklängen ging es zur Übernachtung ins Hotel Hof in Appenzell.

Interessant: Selbstbedienungs- und Selbstzahlersystem
Der Montag gestaltete sich mit fünf Besuchen und der mit Informationen gefüllten Übernachtung am Arenenberg als reichhaltiger Exkursionstag.
Die Thurgauer Destinationen in dem ausführlich vorbereiteten Reiseprogramm heissen wie folgt:
Bei besten Wetterverhälnissen besichtigte die Gruppe den Hof Tell Appenzell von Familie Rechsteiner mit seinem neu umgebauten Eventhaus.
www.tell-appenzell.ch
Kultur und Technik gab es auf der Öpfelfarm bei Familie Kauderer zu sehen. Besichtigt und kennengelernt wurden die Produktion und das Direktvermarktungskonzept. www.oepfelfarm.ch
Agrotourismus von Feinsten wurde beim Mittagessen in der Hofstobä, Landhueb geboten.
www.hofstobae.ch
Die anschliessende Betriebsbesichtigung bei Beerenbau Müller Sonnenhof (mit neuem Direktvermarktungskonzept) wusste alle zu begeistern. Die Reisegruppe hatte nebst der schönen Präsentation der Produkte auch Einblicke in die neue Gestaltung des Einkaufsbereiches und des Veranstaltungsraumes. Vor allem gab der Bereich Selbstbedienung und Selbstzahlersystem neue Zukunftsperspektiven. www.sonnenhofbeeren.ch
Nach den Informationen über den Gemüsebaubetriebe Madörin in Märstetten ging es auf dessen Hof zur Besichtigung des hellen, überaus gut präsentierenden und reichhaltigen Direktvermarkterladens «Gillhof» www.gillhof.ch.
Danach war der Zimmerbezug am Arenenberg angesagt. Vor dem Nachtessen stellte Manuela Vogel, Beraterin Agrotourismus und Direktvermarktung beim BBZ Arenenberg, ihre Beratungstätigkeit im Thurgau (in Zusammenarbeit mit anderen Kantonen) vor.

Degustationen von Naturöl gleichgestellt wie Weinverkostung
Am dritten «Studienfahrttag» wurde die Fachgesellschaft bereits um 9.00 Uhr von Ewa Kressibucher, Naturöl, auf dem «Seerücken» charmant begrüsst. So detailliert die Ausführungen zur Naturölproduktion waren, so interessant und vielseitig war auch die Degustation der verschiedenen Öle in Kombination mit scharfem und süssem Apéro-Gebäck. Ein echtes Lehrstück, wie mit Raps und weiteren Ölen ebenso spannend wie bei Wein eine Degustation gestaltet werden kann. Dazu gehört natürlich auch ein erlebnisreicher Verkaufsraum analog der Weinwirtschaft. www.naturoel.ch

Mühli-Ei-Hof auch im Thurgauer Wimmelbuch
Das Mittagessen stand in Homburg beim Geflügelhof Mühli-Ei mit angegliederter Teilzeitgastronomie bereit. Die interessante Ausführung der Betriebsleiter reichte über die Hofnachfolgeregelung bis zur tiergerechten Geflügelhaltung und das zunehmende Interesse an regional produzierten Eiern. Was liegt da näher, als dass das Mittagessen einen starken Bezug zur Eierproduktion hatte.
www.muehli-ei.ch. Einen Bezug zur Geflügelhaltung hat auch die Seite vom «Mühli-Ei Hof» beim aktuell vorgestellten neuen Thurgauer Wimmelbuch «Buurähof erläbä», www.buurähof-erlaebe.ch.

Bevor die Rückreise ins Badische in Angriff genommen wurde, ging es zuvor noch auf den Schrofenhof nach Kreuzlingen. www.schrofen.ch. Dabei stand natürlich das Thema «Schrofenhof Beef», also die tierfreundliche Fleischproduktion und dessen Direktvermarktung im Mittelpunkt. Mit dieser hohen Schule der Fleischdirektvermarktung endete die Studienfahrt der Direktvermarkter mit einem eindrücklichen Schlusspunkt und dem Schlusswort der Reiseleiter: «Hochwertige Produkte sehr ansprechend und liebevoll präsentiert, sehr geschmackvoll eingerichtete Hofläden und Cafés – beeindruckend.» Nicht enden werden die Zusammenarbeit und der Erfahrungsaustausch zwischen den Beratungsdiensten Endverkauf, Nord- und Südbaden und dem BBZ Arenenberg, Thurgau.


Beratungsdienste Thurgau, BBZ Arenenberg und
Nord- und Südbaden Bruchsal/Mannheim.
Kerstin Maschler und Bernhard Müller






















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