Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
9. November 2018


Gespräche zwischen Fenaco und Holzindustrie Schweiz

Ausgabe Nummer 44 (2018)

Inländische Grosskisten- und Paloxenbeschaffung

Zwischen der Fenaco als Käuferin von Grosskisten und Paloxen sowie der Holzindustrie und Wald Schweiz hat bezüglich Inlandbeschaffung von Holzkisten ein erstes vielversprechendes Gespräch stattgefunden.

«Der Import von Kartoffelpaloxen aus Polen durch die Fenaco schlug hohe Wellen», führte Martin Keller, Präsident des Holzindustrieverbandes Schweiz (HIS) Sektion Ost, an der deren Generalversammlung in Mogelsberg aus. Dies, nachdem die Beschaffung und vor allem die Herkunft der hölzernen Grosskisten publik wurde. Und das in der Zeit, als Ostschweizer Waldbesitzer und Sägereien mit Unmengen an Sturmholz zu kämpfen hatten und erste Zwangsnutzungen von Käferholz erfolgen mussten. Im Fokus der Kritik standen 2500 hölzerne Grosskisten aus Polen, welche eine regionale Landi für die Einlagerung von Kartoffeln im vergangenen Sommer angeschafft hatte. Solche Grosskisten werden in der Regel aus Fichten- und teilweise Hartholz gefertigt. Herkunft und Beschaffung dieser Grosskisten lösten Diskussionen bis in die obersten Chefetagen aus. «Leser fragten mich, ob das im Sinne der Landi-Genossenschafter sein könne. Die meisten davon sind Waldbesitzer und somit auch vom Sturm- und Käferholzproblem betroffen», führte Keller aus. Die dazumal angeregten Diskussionen bezüglich Holzherkunft und Herstellung gipfelten nun in einem Treffen, an welchem die Fenaco sowie die Direktoren des Waldwirtschaftsverbandes Schweiz (WVS) und Holzindustrie Schweiz (HIS) teilnahmen. Denn jede einzelne der über 100 kg schweren Grosskisten benötigt eine beachtliche Menge an Konstruktions- und Schnittholz.

Fruchtbare Gespräche
An der Versammlung in Mogelsberg nahm auch HISDirektor Michael Gautschi teil, welcher sich zu diesen Gesprächen äusserte. «Uns hat die Fenaco aufgezeigt, dass sie bereits heute sehr intensiv auf die Verwendung von Schweizer Holz setzt. Wir haben entsprechend ein erstes erfolgreiches Gespräch verzeichnen dürfen, und die Fenaco signalisierte, dass sie Schweizer Holz einsetzen möchte», so Gautschi. Damit kommen wohl auch andere Käufer von Grosskisten und Paloxen in Zugzwang, vermehrt auf einheimisches Holz und inländische Produktion zu setzen. Auch die Schweizer Holzindustrie ist gefordert, die notwendigen, durchaus beachtlichen Holzmengen innert nützlicher Frist bereitzustellen und entsprechende Kapazitäten für die Produktion aufzubauen, da der Erwerb solcher Grosskisten eher kurzfristig erfolgt. Hier sieht Keller innerhalb der Branche die Chance für Kooperation und Zusammenarbeit mehrerer Schnittwarenlieferanten, weil man so besser in der Lage ist, das benötigte Holz entsprechend der Zeitvorgaben und Mengen fristgerecht zu liefern.


Roland Müller







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