Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
7. Dezember 2018


Wechsel an der Spitze der Thurgauer Milchproduzenten

Ausgabe Nummer 14 (2018)

Nach einer 20-jährigen Amtszeit erklärte Ruedi Schnyder seinen Rücktritt als Präsident der Thurgauer Milchproduzenten. Zu seinem Nachfolger wurde Daniel Vetterli gewählt.

Die Generalversammlung der Thurgauer Milchproduzenten (TMP) im Kongresszentrum Thurgauerhof in Weinfelden, war mit 169 Stimmberechtigten einmal mehr sehr gut besucht. Nach seiner 20-jährigen Amtszeit als TMP-Präsident erklärte Ruedi Schnyder, Ellighausen, seinen Rücktritt. Er wies darauf hin, dass der Druck aus dem Ausland weiter zunehmen werde. Deshalb sei es wichtig, dass man sich in Zukunft marketingtechnisch neu positioniere. Dabei soll auf die hohe Qualität der Schweizer Milch und das Tierwohl hingewiesen werden. Schnyder betonte, dass sich die Milchproduzenten wieder besser verkaufen müssen. Fairness dürfe nicht nur eine leere Worthülse sein, sondern müsse in der Gesellschaft einen höheren Stellenwert erhalten. Ruedi Schnyder stellte fest, dass immer mehr ausländische Produkte bei den Grossverteilern Einzug halten. Bei der Migros hätten es Spargeln aus Mexiko gar auf den Tisch der AdR (aus der Region) geschafft. TMP-Vizepräsident Fritz Stettler dankte Ruedi Schnyder für seinen grossen Einsatz zum Nutzen der Thurgauer Milchproduzenten. Der scheidende Präsident habe auch gesamtschweizerisch hohes Ansehen genossen und mit seinem grossen Fachwissen viel zum Erfolg der Milchproduzenten beigetragen.

Daniel Vetterli setzte sich klar durch
In der Wahl schwang Daniel Vetterli, Rheinklingen, mit 124 Stimmen gegen Christof Baumgartner, Märwil, mit 43 Stimmen oben aus. Daniel Vetterli versprach, sich für Berufskollegen einzusetzen. Er betonte, dass Milchproduzenten ihr Produkt verkaufen und nicht lediglich Milch abliefern sollen. Auch er betrachtet Fairness nicht nur als Wort, sondern als Dienst an der Gesellschaft. Der neu gewählte Präsident erklärte, dass auf allen Stufen der Dachorganisationen Verantwortung übernommen werden müsse. «Tierschutz und raumplanerische Themen beschäftigen die Familienbetriebe stark. Ich möchte dazu beitragen, dass die TMP und der Verband Thurgauer Landwirtschaft als Gegenüber der kantonalen Verwaltung und der Umwelt- und Tierschutzverbände ernst genommen werden», sagte Daniel Vetterli.

Der Jahresrechnung 2017 wurde zugestimmt
Die Jahresrechnung 2017 wurde vom TMP-Geschäftsführer Jürg Fatzer vorgestellt. Die Versammlung stimmte dem Verlust von 1,634 Millionen Franken, welcher durch die Rückzahlung der Lacto- Fama-Gelder entstanden ist, zu. Die Versammlung stimmte auch dem Antrag zum Kauf der Nachbarliegenschaft in Strass bei Frauenfeld für 950 000 Franken zu. Die Liegenschaft besteht aus 943 m2 in der Bauzone (WG2) und 1115 m2 Landwirtschaftsland.

Regierungsrat Walter Schönholzer sprach deutliche Worte
FDP-Regierungsrat Walter Schönholzer gab seinem Unmut über das Vorgehen des Bundesrates bei der Restrukturierung der Forschungsanstalt Agroscope mit dem Standort Tänikon Ausdruck. Schönholzer bekräftigte, dass Forschung nahe an der Praxis sein müsse, dort wo die Produktion stattfinde. Er wies darauf hin, dass die Verträge für den Standort erst im August 2017 unterschrieben wurden. Nur sieben Monate später wurde per Medienmitteilung mitgeteilt, dass die ganze Agrarforschung zentralisiert werden. Schönholzer ärgert sich und spricht von einem klaren Verstoss gegen Treu und Glauben. Er doppelte nach: «Bis heute habe ich von Bundesrat Schneider- Ammann weder eine Begründung, noch eine Strategie oder ein Konzept erhalten.» Schönholzer stellte klar, dass die Ostschweizer Kantone nun zusammenstehen müssen. Die Forschungsstandorte in der Deutschschweiz, Tänikon, Reckenholz und Wädenswil müssen unbedingt erhalten bleiben.

Charme-Offensive für Milch
Zum Schluss der TMP-Generalversammlung orientierte Andreas Elliker über das Projekt «FAIR – Initiative für faire Milchpreise». Mit einer Charme-Offensive wollen die Bauern den Konsumenten die Milch näher bringen. Die Wertschätzung der Milch soll bei den Konsumenten gesteigert werden und für alle Milchproduzenten nützlich sein. Die «Initiative FAIR» ist ein Verein aus Milchproduzentinnen und Milchproduzenten. Diese sind das Gesicht der Initiative und führen Gespräche mit Detailhändlern und anderen Marktakteuren.


Mario Tosato










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